Erfahrung Santorini

Ganze sechs Monate habe ich beruflich auf der Trauminsel Santorini verbringen dürfen. Und während dieser Zeit quasi auf einem aktiven Vulkan gelebt. Hier möchte ich gerne mit dir meine Erfahrung über einen ganzen Sommer auf Santorini teilen.

Erfahrung Santorini

Santorini ist neben Mykonos DIE Top-Location der griechischen Kykladen. Touristen kommen von überall her Asien, USA, etc. um den einzigartigen Blick über die Caldera genießen zu können. Atemberaubend, vor allem bei Sonnenuntergang. Es gibt viele Spots für Traumfotos, es werden hier Hochzeiten gefeiert oder auch nur die Hochzeitskleider mitgenommen, um mit besonderen Hochzeitsfotos auftrumpfen zu können.

Santorini kann wirklich viel, doch leider ist die Insel für die Touristenmassen zu klein. Ein eigener Flughafen, der alte Hafen, wo immer noch die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen (bis zu sechs verschiedene an einem Tag habe ich gesehen) und der neue Hafen für die regulären Fährverbindungen zu anderen Inseln überfluten die Insel. Bei ihren 30 km Länge gibt es gerade einmal zwei Hauptstraßen (eine Neue im Norden wurde im Jahre 2017 eröffnet), auf der alle Autos unterwegs sind. D.h. alle Transfers, alle Mietwägen, alle Einheimischen, alle Quads, alle Roller, alle öffentliche Busse benutzen ein und dieselbe Straße.

Kreufahrtschiffe Santorini
Kreufahrtschiffe Santorini

Trotzdem ist Santorini auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich gebe Dir hier ein paar Tipps, damit Du Deinen Urlaub bestmöglichst genießen kannst, die auf meinen Erfahrungen auf Santorini beruhen.

Santorini mit dem Auto oder Bus?

Generell ist meiner Meinung nach ein kleines Gefährt für die Insel besser geeignet, um durch die engen Straßen zu cruisen. Mein Auto habe ich von Eurodollar geholt. Savvas und seine Familie waren immer super freundlich und zu einem Schwätzchen aufgelegt. Ich finde es schön, dass es neben den internationalen Unternehmen auch eine familiengeführte Autovermietunggibt und kann sie sehr empfehlen.

Das Bussystem ist von den großen Punkten auch gut ausgebaut. Man muss allerdings mehr Zeit einplanen. Die großen Punkte sind Kamari, Perissa/Perivolos, Aktrotiri, Oia und Fira. Fira ist der Dreh- und Angelpunkt der Routen, d.h. alle Busse haben immer Fira als Ziel. Dort kann man in einen anderen Bus umsteigen. Wenn man also von Kamari nach Akrotiri möchte, fährt man erst mit dem Bus nach Fira und steigt dort in den Bus nach Akrotiri um. Einen Busfahrplan gibt es normalerweise in der Unterkunft. Manchmal sind die Zeiten auch an den Bushaltestellen angeschrieben.

Oia.. Parkplätze und Sonnenuntergang

Die Deutschen sind ja meist eher auf dem Weg zum Unbekannten, das nicht von anderen Touristen überlaufen ist. Santorini ist da leider das Gegenteil..

Overtourism Santorini
Overtourism Santorini

Hier sieht man die bekannteste Stadt Oia im Mai, also zum langsamen Beginn der Urlaubssaison, wo sich bereits einige Leute zum Sonnenuntergang einfinden. Der Spot ist wunderschön, besonders um die verfallene Burg herum. In der Hauptsaison ist es mir persönlich aber zu gedrängt und ich habe Oia so gut es ging gemieden. Außerdem ist es super schwierig einen Parkplatz zu bekommen. Trotzdem muss man auch dann nicht auf den Sonnenuntergang verzichten.

Alternativen sind:

  • eine Bootstour zum Sonnenuntergang; ich habe meine Tour z.B. mit der Lagoon 560 von Sunset Oia gemacht und kann sie sehr weiterempfehlen.
  • in einem Restaurant entlang der Route Fira – Firostefani – Imerovigli – Oia lässt sich der Sonnenuntergang auch toll erleben. Hier gibt es einiges an Auswahl, aber man zahlt natürlich auch für die Aussicht. Am Besten man reserviert das Restaurant vorab, sonst kann es schwer werden, spontan noch einen Platz zu erhaschen.
  • die Südseite der Insel, z.B. am Faros Leuchtturm. Dafür braucht man allerdings ein Auto, denn der Punkt ist nicht mit den öffentlichen Bussen zu erreichen. Alternativ kann man von Akrotiri aus dorthin wandern. Auf dem Weg dahin kann man dann noch in der Taverne „The Good Heart“ einkehren, wo es noch die gute alte griechische Hausmannskost gibt.

Vielleicht bist du ja aber auch wie eine indische Gruppe, die meinten, dass sie das Gedränge lieben. Dann solltest du auf jeden Fall nach Oia. Jeder wie er es gewohnt ist. 🙂

Hotel an der Caldera?

Ob man ein Hotel direkt an der Caldera buchen möchte, hängt von mehreren Faktoren ab:

Die Caldera ist nicht direkt mit dem Auto zu erreichen. D.h. man muss sich darauf einstellen, zu Fuß ein paar Stufen zu laufen. Das Hotel Aressana beispielsweise bietet einen Shuttleservice an, hat allerdings keinen direkten Calderablick. Anders ist es mit dem Andromeda Hotel. Direkt an der Caldera gelegen, mit traumhaftem Blick muss man hier damit rechnen ein paar Treppenstufen auf und ab gehen zu müssen. Für die Koffer haben die gehobeneren Hotels aber meist Kofferjungs, die den lieben langen Tag die Koffer der Gäste über die Treppen tragen.

Zudem muss man gerade in den belebteren Regionen um Fira und Oia beachten, dass Balkone und Pools an der Caldera für alle einsehbar sind. Jeder der oben am Hauptweg an der Caldera entlang geht, kann dir auf deinen Balkon spucken. Man sollte also darauf achten, dass die Unterkunft etwas abseits gelegen ist, bzw. nicht vom Weg einsehbar ist. Oder man ist entspannt und stört sich nicht daran. 🙂

Zwei Hotels, in denen man den Caldera Blick ungestört(er) genießen kann, möchte ich Euch aber trotzdem gerne empfehle. Für beide brauchst Du ein Auto, denn sie liegen etwas abseits. Einmal das Aegagros Caldera Houses in der Nähe von Megalochori. Die Besitzerin ist mega lieb und verwöhnt einen kulinarisch auf s Allerbeste. Ich habe hier einmal eine Hochzeit miterlebt und durch den überwältigenden Blick habe ich ganz tränenfeuchte Augen bekommen. Wie romantisch!

Aegagros, Santorini
Aegagros Caldera Houses

Das andere Hotel ist das Luxushotel Ambassador direkt an der Caldera. Es ist nicht ganz billig, deswegen bestimmt nicht für jeden etwas. Aber ich würde es immer einem Hotel in Oia vorziehen.

Ambassador, Santorini
Ambassador Hotel

Wer das nicht möchte, sollte sich ein Hotel in einer flachen Region suchen, z.B. an den Stränden Kamari (günstiger) oder Perissa.

Fazit meiner Erfahrung auf Santorini

Abschließend zu meiner geschilderten Erfahrung auf Santorini möchte ich noch einmal betonen: Santorini ist und bleibt eine super schöne Insel.

Trotzdem würde ich unbedingt die Nebensaison (April/Mai, Oktober/November) empfehlen – einmal wegen Touristenmassen und auch weil man sich bei der Hitze nicht großartig bewegen will. Santorini ist für mich keine Stranddestination. Der schwarze Lavasand ist zwar besonders und man sollte ihn sich unbedingt mal ansehen. Aber der Sand ist meist grobkörniger und durch die Sonne natürlich auch nochmal heißer als normaler weißer Sandstrand. Oktober bzw. November haben den Vorteil, dass hier das Meer noch wärmer ist von den Sommermonaten. Normalerweise ist also auch baden noch möglich.

Und wenn es dir auf Santorini doch einmal zu voll wird, mache doch einen kleinen Trip auf die ruhigere und nicht weniger wundervolle Nachbarinsel Folegandros.

Falls es Dich noch interessiert, wie ich das Thema Overtourism u.a. am Beispiel meiner Erfahrung auf Santorini wahrgenommen habe, findest Du hier meinen Artikel dazu.

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